Kategorie: Aufruf

  • Aufruf zur revolutionären 1.Mai-Demo in Berlin

    Die Herrschenden hielten sich wahrscheinlich für sehr schlau, als sie letztes Jahr zu Beginn der Pandemie versuchten, den Begriff Solidarität zu erbeuten.

    Abstand halten sollen wir. Uns isolieren. An die Alten und Kranken denken, die überarbeiteten Pflegekräfte nicht noch weiter belasten. Ja, auf einander achten und Menschenleben nicht leichtfertig aufs Spiel setzen ist wichtig. Was sie jedoch verschweigen ist, dass sie diejenigen sind, die, die die Bedingungen der Unmenschlichkeit erst geschaffen, das Gesundheitssystem kaputt gespart, Lohndumping ermöglicht und Privatisierung vorangetrieben haben. Sie sind es, die Profitinteressen über Gesundheitsschutz und Existenzsicherung der vielen stellen.  Sie sind diejenigen, die von unserer Arbeitslosigkeit profitieren und uns dann bei jedem Gang ins Jobcenter erniedrigen.

    Und dann versuchen sie uns ihre dürftigen Maßnahmen, als Solidarität zu verkaufen. Sie predigen die individuelle Verantwortung jedes Einzelnen – vertreten dann bei jeder sich bietenden Gelegenheit die Interessen der Konzerne, nie aber unsere und stellen mit ihren Schlägertrupps von Polizei sicher, dass die Ordnung des Geldes und des Eigentums aufrechterhalten wird. Denn seit Beginn der Pandemie hat sich die herrschende Klasse durch eine Vielzahl von Verordnungen und erteilten neuen Machtbefugnissen an Polizei und Grenzschutz eine willkürliche Ruhe und einen Zustand der dauerhaften Überwachung geschaffen, um Kontrolle, Verschaerfung und Gewalt europaweit auszubauen.

    Da wo ihr System, der Kapitalismus, scheitert, sollen wir uns weiter voneinander isolieren, wir sollen unsere Jobs verlieren, aber unsere Mieten zahlen; andere sollen Überstunden leisten, auf Löhne verzichten und ihre Gesundheit ruinieren; wir sollen warten, monatelang, für ein bisschen Geld, das uns nach siebzig Jahren schuften in Almanya doch eigentlich zustehen sollte. Wir sollen sterben, damit sie nicht in die Verantwortung gezogen werden. Denn eigentlich sollen wir nicht solidarisch sein, sondern im Angesicht ihrer Gewalt, die sich nicht erst seit der Corona-Pandemie zeigt, aber jetzt noch schlechter als je verhüllen lässt, die Augen verschließen. Das werden wir nicht tun.

    Dass die Herrschenden hier in ihren Villen im Grunewald und ihren 240qm-Lofts in Mitte, ihr liberales Scheißleben führen und jetzt von Verantwortung reden können, ist nur möglich wegen der Überausbeutung der Arbeiter*innen, vor allem der Arbeitskraft der Frauen im globalen Süden und migrantischer Frauen hier im imperialistischen Zentrum. Egal ob in der Industrie, in der Pflege oder in der Haushaltsarbeit: der Wohlstand Deutschlands und Westeuropas ist auf unserem Rücken – dem Rücken der Arbeiter*innen und Ausgebeuteten hier und weltweit – geschaffen.

    Und lasst uns nicht vergessen – die Lofts, die heute nur von wenigen bewohnt werden können, waren einst Arbeiter*innenwohnung für viele. Was für eine morbide Realität, in der unsere Freund*innen für ihre Obdachlosigkeit kriminalisiert werden, wenn doch die Obdachlosigkeit von den Herrschenden geschaffen ist. Was für unhaltbare Zustände also, wenn von der Unmenschlichkeit der Gentrifizierung, der Obdachlosigkeit und der Zwangsräumungen überproportional unsere migrantischen Freund*innen betroffen sind.

    Zu lange schon wird unsere Arbeitskraft ausgebeutet, unsere Stimmen ignoriert, unsere Communities ermordet. Zu lange wurden unsere Körper und unsere Existenzen kriminalisiert, um den Ausbeutungsapparat des Kapitalismus durch immer wieder neue Formen des Imperialismus aufrecht zu erhalten.

    Dabei ist es unser Überleben und das Erbe unserer Kämpfe, die die Hoffnung auf eine bessere Welt aufrecht erhalten!

    Und deshalb wissen wir auch, was Solidarität bedeutet; wem sie gehört! Wir laden euch ein, gemeinsam mit uns am 1. Mai ein Zeichen zu setzen und die Tradition der internationalen, revolutionären Kämpfe unserer Vorfahren und Vorgänger*innen fortzuführen!

    Wir wissen, dass wir nur einander haben und dass das Fundament einer neuen Welt nur gemeinsam gelegt werden kann. Deshalb ist es an der Zeit zu kämpfen, Hand in Hand! Mit unseren Nachbar*innen, Geschwistern, Kindern, Onkels und Tanten, mit unseren migrantischen Genoss*innen und Freund*innen ganz vorne voran, deren Arbeitskraft es erst ist, die uns ermächtigt, den Kampf der Klassen zu führen.

    Wir lassen uns nicht verkaufen, was uns schon immer gehört hat. Die einzigen, die sich fortan irgendetwas aneignen werden, das sind wir. Und wir holen uns zurück, was uns gehört! Unsere Solidarität zueinander, unsere Wohnungen, unsere Arbeitsplätze, unsere Gesellschaft, unsere Communities, unsere Straßen!
    Weder unsere Solidarität, noch unsere Stadt werden wir erbeuten lassen! Gegen ihr System des Ausverkaufs unserer Häuser, werden wir uns mit echter, gelebter Solidarität in den Mietenkämpfen, in der entschädigungslosen Enteignung ihrer Immobilienfirmen stellen!

    Kommt, damit wir am 1. Mai – dem Tag der internationalen Arbeiter*innenschaft – denen danken können, die durch das Werk ihrer Hände diese Welt geschaffen haben und die die Bedingungen für eine neue Welt möglich machen werden.

    Kommt, damit wir die Solidarität der internationalen Arbeiter*innenklasse historisch in all unseren Sprachen laut werden lassen.

    Lasst uns nicht vergessen: Der Applaus lässt uns das Tagewerk nicht leichter ertragen, der Jubel von Balkonen macht den Arbeitstag nicht kürzer. Um zu danken, müssen wir verändern!

    Lasst uns unsere Communities – die migrantischen Communities in Berlin – nicht von ihrem Kampf entfremden. Lasst uns einen Ausdruck der Solidarität finden, der zum kämpfen mitreißt und erinnert an die historische Kontinuität migrantischer, diasporischer und internationaler Kämpfe der Arbeit. Lasst uns diejenigen ohne Papiere unter uns nicht vergessen, diejenigen unter uns mit kriminalisierten Körpern, und diejenigen unter uns, die immer nur eine Auseinandersetzung mit den Bullen davon entfernt sind, abgeschoben zu werden. Finden wir also neue Perspektiven des Protests, schützen wir uns gegenseitig, laden wir alle Passant*innen ein, sich in unsere Reihen einzufinden. Wir sind noch empfänglich für unsere Freund*innen, die in Not sind.

    Denn wenn wir unsere Lage erkannt haben, wie sollen wir dann aufzuhalten sein?

    Die Auftaktkundgebung wird am Hermannplatz in Neukölln um 17 Uhr beginnen. Die Demonstration startet dann pünktlich um 18 Uhr über Karl-Marx-Straße und Sonnenallee nach Kreuzberg zum Oranienplatz.

    Bündnis Revolutionärer 1. Mai Berlin

    Aufruf in anderen Sprachen: [english] [français]

  • Call for the Revolutionary Internationalist May Day Demonstration (May 1st) 2021

    The ruling classes probably thought they were being very clever when they tried to co-opt our term „solidarity“ at the beginning of the pandemic early last year.

    We will keep our distance. We will isolate ourselves. We will think of the old and the sick. We won’t let the overworked healthcare and care workers be burdened anymore. Yes, looking after each other and not gambling with human life is important. What they are hiding, however, is that they are the ones who created these conditions of inhumanity in the first place. They ruined the health system, enabled wage dumping, and promoted privatization. It is they who put the profit interests of the few above the health and livelihoods of the many. They are the ones who benefit from our unemployment and then humiliate us every time we go to the job centre.

    And then they try to sell us their meagre measures as solidarity. They preach the doctrine of individual responsibility, but then represent the interests of corporations at every possible opportunity, never ours. And with their goon squads of the police, they maintain the system defined by money and private property. Since the beginning of the pandemic, the ruling class has been constructing an arbitrary calm and a state of permanent surveillance through a large number of ordinances and new powers granted to the police and border guards in order to expand control, tighten measures, and increase violence across Europe.

    As their system, capitalism, fails, we have been forced to isolate ourselves further, to lose our jobs but pay our rents; many others are supposed to work overtime, forego wages and ruin their health in the process; we have been made to wait for months on end for little money, which after seventy years of toiling in Almanya should actually be due. So now, we are not supposed to show solidarity, but shut our eyes in the face of their violence. Their violence has been ongoing since well before the corona pandemic, but now it is impossible to keep hidden. This we won’t do.

    The fact that the rulers here, from their villas in Grunewald and their 240sqm lofts in Mitte, can lead their shitty liberal life and talk about responsibility is only possible because of the over-exploitation of workers. This is especially true for the workforce of women in the Global South and migrant women here in the imperialist centre. Whether in industry, carework or household work: the prosperity of Germany and Western Europe is created off our backs – the backs of workers and the exploited here and around the world.

    And let’s not forget – the lofts, which today house very few, were once workers‘ homes for many. What a morbid reality we live in – where our friends are criminalized for their homelessness even as homelessness is created by the rulers. What an untenable situation: where our migrant friends are disproportionately affected by the inhumanity of gentrification, homelessness, and evictions.

    For too long, our labour has been exploited, our voices ignored, our communities murdered. For too long our bodies and our livelihoods have been criminalized in order to maintain the apparatus of exploitation of capitalism through ever new forms of imperialism.

    It is our survival and the legacy of our struggles that sustain hope for a better world!And that’s why we also know what solidarity means; and to whom it belongs! We invite you to set an example together with us on the 1 st of May and to continue the tradition of the international and revolutionary struggles of our ancestors and predecessors!

    We know that we only have each other and that the foundation of a new world can only be created together. So it’s time to fight, hand in hand: with our neighbours, siblings, children, uncles and aunts, with our migrant comrades and friends on the frontlines. It is their labour that empowers us to lead the class struggle.

    We won’t let ourselves be sold what has always been ours. The only ones who will lay claim to anything from now will be us, the exploited workers. And we will reclaim what is ours! Our solidarity with each other, our apartments, our jobs, our society, our communities, our streets! We won’t let our solidarity or our city be captured! Against their system of selling our homes, we will stand up with real, lived solidarity in tenant struggles against rent, and for the expropriation of their real estate companies without compensation!

    Come together, comrades, so that this 1 st of May, the International Workers‘ Day – we can thank those who, through their labour, have created this world and thus will make the conditions for a new world possible.

    Come join us so that we may raise the voices of solidarity of the international working class in all our languages.

    Let’s not forget: the applause doesn’t make our day’s work easier, the cheers from balconies don’t make the working day any shorter. To truly be thankful, we need change!

    Let’s not alienate our migrant communities in Berlin from their struggle. Let us find an expression of solidarity that emboldens our struggle and reminds us of the historical continuity of migrant, diasporic and international labour struggles. Let us not forget the undocumented among us, those of us whose bodies have been criminalized, and those of us who are only one fight away with cops from being deported. So let’s find new perspectives through protest, let’s protect each other, let’s invite all passers-by to join our ranks. We remain open to our friends who are in need.

    Because once we have recognized our situation, how can we be stopped?

    The kick-off will begin in the late afternoon of May 1, 2021 at Hermannplatz in Berlin-Neukölln. The demonstration will then start punctually at 6 pm.

    Alliance Revolutionary May Day Berlin

    Call in [german] [french]

  • Appel à la manifestation révolutionnaire internationaliste le 1er mai 2021

    L’année dernière, dans les premiers stades de la pandémie, les dirigeants se sont probablement crus très intelligents quand ils ont tenté de s’approprier le terme «solidarité».

    Nous garderons nos distances. Nous nous isolerons. Nous penserons aux vieux et aux malades. Nous ne laisserons pas les travailleurs dans le secteur de santé et les soignants, surchargés de travail, s’encombrer davantage. Oui, il est important de prendre soin les uns des autres et de ne pas jouer avec la vie humaine.

    Ce qu’ils cachent, cependant, c’est que c’est eux qui ont créé ces conditions d’inhumanité en premier lieu. Ils ont ruiné le système de santé, permis le dumping salarial et encouragé la privatisation. Ce sont eux qui ont fait passer les profits de quelques-uns avant la santé et les moyens de subsistance du plus grand nombre. Ce sont eux qui profitent de notre chômage et qui nous humilient ensuite chaque fois que nous nous rendons au Jobcenter.

    Et puis ils essaient de nous vendre leurs maigres mesures en parlant de la solidarité. Ils prêchent la doctrine de la responsabilité individuelle, et puis, à chaque occasion, ils défendent les intérêts des entreprises et jamais les nôtres. Avec leurs escouades de policiers, ils maintiennent le système défini par l’argent et la propriété privée. Depuis le début de la pandémie, la classe dirigeante a construit un calme arbitraire et un état de surveillance permanente par le biais d’un grand nombre de règlements et de nouveaux pouvoirs accordés à la police et aux gardes-frontières afin d’étendre le contrôle, de renforcer les mesures et d’augmenter la violence à travers l’Europe.

    Face à l’échec de leur système, le capitalisme, nous avons été obligés de nous isoler davantage les uns des autres. Quand nous perdons notre emploi, nous sommes quand même forcés à payer notre loyer. Beaucoup d’autres sont censés travailler des heures supplémentaires, renoncer à leur salaire et ainsi se ruiner la santé . On nous a fait attendre pendant des mois pour un peu d’argent qui, après soixante-dix ans de labeur à Almanya, devrait enfin être dû. Nous devrions mourir pour qu’ils n’aient à rendre de comptes. En fait, ils ne veulent pas que nous soyons solidaires, mais plutôt que nous fermions les yeux face à leur violence – une violence qui existe depuis bien avant la pandémie, mais qui maintenant est impossible de cacher. Nous ne le ferons pas.

    Le fait que les dirigeants d’ici, dans leurs villas de Grunewald et leurs lofts de 240 m2 à Mitte, puissent mener leur vie libérale de merde et parler de responsabilité n’est possible que grâce à la surexploitation des travailleurs. Cela est particulièrement vrai pour la main-d’œuvre des femmes du Sud et des femmes migrantes ici, dans le centre impérialiste. Que ce soit dans l’industrie, les soins ou les tâches ménagères, la prospérité de l’Allemagne et de l’Europe occidentale est créée sur notre dos – le dos des travailleurs et des exploités ici et dans le monde.

    Et n’oublions pas que ces lofts, dans lesquels ne vivent que très peu de personnes aujourd’hui, étaient autrefois des logements ouvriers pour un grand nombre de gens. Quelle réalité morbide nous vivons – où nos amis sont criminalisés pour leur sans-abrisme alors même que le sans-abrisme est créé par les dirigeants. Quelle situation intenable où nos amis migrants sont affectés de manière disproportionnée par l’inhumanité de la gentrification, du sans-abrisme et des expulsions.

    Pendant trop longtemps, notre travail a été exploité, nos voix ignorées, nos communautés assassinées. Pendant trop longtemps, nos corps et notre existence ont été criminalisés afin de maintenir le système d’exploitation capitaliste, par le biais de nouvelles formes d’impérialisme toujours plus nombreuses.

    Cependant, c’est notre survie et l’héritage de nos luttes qui entretiennent l’espoir d’un monde meilleur!

    Et c’est pour ça que nous savons ce que signifie vraiment la solidarité ; à qui elle appartient! Nous vous invitons à marquer le coup avec nous le 1er mai et à perpétuer la tradition des luttes internationales et révolutionnaires de nos ancêtres et prédécesseurs!

    Nous savons que nous n’avons que les uns les autres et que les fondations d’un nouveau monde ne peuvent être posées qu’ensemble. Il est donc temps de se battre, main dans la main! Ensemble: avec nos voisins, nos frères et sœurs, nos enfants, nos oncles et tantes, avec au premier plan nos camarades et amis migrants. C’est leur travail qui nous donne le pouvoir de mener la lutte des classes.

    Nous ne laisserons personne nous vendre ce qui a toujours été à nous. C’est nous qui allons tout acquérir à partir de maintenant. Et nous reprendrons ce qui nous appartient: Notre solidarité les uns envers les autres, nos appartements, nos emplois, notre société, nos communautés, nos rues! Ne les permettrons pas de capturer notre solidarité ou notre ville! Nous opposerons avec une solidarité réelle et vécue leur système de vendre nos maisons, dans les luttes des locataires, pour l’expropriation de leurs sociétés immobilières sans compensation!

    Venez, pour qu’en ce 1er mai, fête internationale des travailleurs, nous puissions remercier ceux qui, par leur travail, ont créé ce monde et rendront ainsi possibles les conditions d’un monde nouveau.

    Venez nous rejoindre afin que nous puissions élever la voix dans toutes nos langues pour la solidarité historique de la classe ouvrière internationale!

    N’oublions pas: Les applaudissements ne rendent pas notre travail quotidien plus facile à supporter, les acclamations depuis les balcons ne rendent pas la journée de travail plus courte. Pour être vraiment reconnaissants, nous devons changer les choses!

    N’aliénons pas nos communautés – les communautés migrants de Berlin – de leur lutte. Trouvons une expression de solidarité qui nous inspire à lutter et nous rappelle la continuité historique des luttes ouvrières migrantes, diasporiques et internationales. N’oublions pas les sans-papiers parmi nous, ceux d’entre nous dont les corps et les existences sont criminalisés, ceux d’entre nous pour qui au cas d’une confrontation avec les flics seront expulsés. Alors trouvons de nouvelles perspectives pour la protestation, protégeons-nous les uns les autres, invitons tous les passants à rejoindre nos rangs. Nous sommes encore réceptifs à nos amis qui sont dans le besoin.

    Car si nous avons réalisé notre situation, qu’est-ce qui pourrait nous arrêter?

    Le prélude commencera sur la Hermannplatz à Neukölln probablement à 17 heures. La manifestation commencera donc ponctuellement à 18 heures via Sonnenallee, Kreuzberg et Oranienplatz.

    Alliance révolutionnaire 1er mai Berlin

    Appel dans d’autres langues: [allemand] [anglais]

  • Noch 100 Tage zum 1. Mai 2021

    Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Maßnahmen. Im Augenblick der Krise war der Revolutionäre 1. Mai in Berlin immer ein attraktiver Anziehungspunkt. So verspricht auch der Maianfang 2021 etwas besonderes zu werden. Zuversichtlich stimmen uns dabei die ersten Worte autonomer Freund*innen für ein Berliner Frühlingskonjunkturprogramm. Anknüpfend an den Maifeiertag im vergangenen Jahr laden sie schon mal zum unberechenbaren Bevölkern der Straßen in unseren Vierteln ein.

    Auch wir werden für alle, die dabei sein wollen, ein Mitmachangebot vorschlagen, das uns ein öffentliches Zusammenkommen und eine kollektive Erfahrung ermöglicht und den gebotenen Schutz (Masken usw., ihr wisst schon) gewährleistet. Konkret-praktisches werden wir voraussichtlich erst kurzfristig verraten können, um die jeweils aktuelle Situation angemessen zu würdigen. Die nächsten 100 Tage ist für alle – so divers wir auch sind – ausreichend Zeit zu überlegen, zu planen und vorzubereiten, damit der Tag etwas anderes sein wird als das Erwartbare.

    Der 1. Mai ist wie kein anderer Tag mit Klassenkämpfen verbunden und ruft weltweit die Menschen auf die Straßen – auch und gerade in Zeiten der Pandemie. Wenn wir an unterschiedlichen Orten unterwegs sein werden, agieren wir doch gemeinsam und solidarisch – für offene Grenzen, gegen staatlichen Rassismus, Leave No One Behind, die Reichen müssen für die Krise zahlen.

    Berlin, 21. Januar 2021

  • Ein Frühlingskonjunkturprogramm für Berlin

    Es gibt bereits einen ersten Aufruf von Autonomen aus Berlin zum 1. Mai 2021:

    »Nutzen wir also die kommenden Wochen, um erste Visionen zu entwerfen, wie wir wieder auf die Straße zurückkehren könnten. Erinnern wir uns vielleicht an den 1. Mai 2020 in Kreuzberg, der sich so angenehm von den toten Ritualen der vergangenen Jahre unterschied. Der eine der ersten Massenaktionen in Westeuropa nach dem Beginn der Pandemie war, und der so viele Überraschungsmomente mit sich brachte, dass sogar die Bullen nicht mehr aus dem Staunen heraus kamen. Nutzen wir die Zeit, die uns bleibt, bis die Sonne wieder den Asphalt und unsere Gesichter wärmt, um den Kontakt zu jenen zu suchen, für die dieses System keine Verwendung mehr hat. Erinnern wir uns an die alten Bündnisse, an Antifa Genclik, daran, dass die erste Hausbesetzung in Berlin im Märkischen Viertel stattfand. Erinnern wir uns die wilden Streiks im Herbst 1969, die von Migrant*innen ausgingen, machen wir Werbung für den kommenden 1. Mai, besuchen wir die Viertel der Ausgesteuerten, hinterlassen wir Flugblätter und Parolen, suchen wir das Gespräch mit den Leuten, denen das Wasser jetzt erst recht bis zum Halse steht. Laden wir unsere Freund*innen aus dem Ausland ein, versprechen wir nicht zuviel, aber vermeiden wir trotzdem nicht das Utopische. Verhindern wir, dass die Anhänger der Rituale wieder die Führung an sich reißen, erweitern wir unseren Aktionsradius für diesen Tag. Vermeiden wir taktische Festlegungen und Vorgaben, bleiben wir um jeden Preis unberechenbar und trotzdem sichtbar, bevölkern wir mal wieder die Sonnenallee und die Hermannstraße, haben wir einen Plan B, den wir auch umsetzen bei Bedarf, denken wir über den Tag hinaus. Wir haben nichts mehr zu verlieren, und alles was kommen wird, kann nur noch grausamer sein sein, als wir es uns jemals haben vorstellen können. Winter Is Here. Zeit sich zu bewegen.«

    Quelle: Sūnzǐ Bīngfǎ #13 

  • Kommt um 18:00 Uhr in die Oranienstraße

    Am 1. Mai nehmen wir uns die O-Straße. Pünktlich um 18 Uhr werden wir uns in und um diese Straße in Kreuzberg 36 versammeln. Während wir dann den Straßenzug entlang blicken, werden wir uns alle sehen: eine vierstellige Zahl von Menschen, die u.a. für die Evakuierung von Moria demonstriert. So sind wir alle trotz der Abstände doch gemeinsam auf der Oranienstraße präsent. Das wird vielleicht der großartigste Moment des Tages.

    Vielfältige Inhalte

    Wir werden die gesamte Zeit verantwortungsvoll handeln, denn wir nehmen die Corona-Schutzmaßnahmen ernst. Und wir transportieren bedacht und entschlossen unsere Inhalte. Damit dies erfolgreich werden kann, sind wir alle gefragt: Wir bringen Transparente und beschriftete Tücher mit, packen sie zu gegebener Zeit aus und spannen sie auf, um unsere politischen Botschaften zu vermitteln. Unsere Forderungen stehen außerdem auf mitgebrachten Pappschildern oder unserem Mundschutz. Gemeinsam rufen wir Parolen.

    Neuer Zielort und Zielzeit

    Etwa gegen 18:20 Uhr wird ein neuer Ort (bzw. ein neues Gebiet) über Twitter und Webseite bekannt gegeben (z.B. „Kommt um 18:40 an Ort B“). Wir werden uns zerstreuen – auf verschiedene Wege, Neben- und Seitenstraßen. Und wir kommen dann von allen Seiten pünktlich auf den neuen Ort zu. Auch hier werden wir Abstand halten und unsere Inhalte entfalten und vermitteln – bevor es dann schon bald weitergeht. Nach und nach werden voraussichtlich weitere Orte bekannt gemacht. Dafür ist es sinnvoll, Internetzugriff zu haben oder über andere Wege diese Information zu erhalten.

    Wir bleiben in Bewegung

    Wir spazieren die Straßen auf und ab, sind also ständig unterwegs und vermeiden statische Situationen (außer vielleicht in der Menschenschlange am Späti ;-)). Wenn ein Ort abgesperrt ist, werden wir darum herum tingeln. Wir nehmen dabei die Schutzmaßnahmen ernst. Wir werden verantwortungsvoll handeln. Und wir erwarten, dass die Polizei am 1.Mai auch Abstand hält, weil unser Kiez politische Inhalte, aber keine Polizeigewalt braucht.

    Aktuelle Infos auf Twitter @Rev1MaiBerlin

    Bei Festnahmen und Repression meldet euch beim Ermittlungsausschuss: 030/692 22 22

  • Walpurgisnacht (30.4.) in Friedrichshain – Belagerungszustände platzen lassen!

    Seit Jahren wird Friedrichshain in wechselnder Intensität von der Berliner Polizei belagert. Manchmal mit Methoden, die sogar Gerichte nicht akzeptieren, wie die Besetzung der Rigaer 94 vor vier Jahren oder das Verschicken von Drohbriefen durch einen Bullen. In den beiden ausgerufenen Gefahrengebieten wird unterschiedlich schikaniert, mal mit racial profiling wie im Partykiez zwischen Warschauer und Revaler Straße, mal mit wahllosen Kontrollen im Nordkiez, zur Zeit wieder mit gezielten Einsätzen vor den (teil)besetzten Häusern.

    Eine eigens geschaffene Brennpunkt- und Präventionseinheit und auch andere miese Bullen stehen an mehreren Tagen der Woche um den Dorfplatz herum, mit dem Ziel die Rigaer 94 und die Liebig 34 so zu isolieren, bis irgendwann eine Räumung riskierbar erscheint. Beide Projekte sind der scheinbar unaufhaltsamen Zerstörung solidarischer Nachbarschaften zugunsten der Investor*innen ein Dorn im Auge. Im Auftrag von Millionären wie Padovicz und Gröner und Konzernen wie Amazon säubert der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg und der Senat den Kiez von Menschen, die das Image des konsumfreudigen Start-Up-Areals stören. Migrant*innen sind zwar als Beschäftigte in der Dienstleistungsbranche geduldet, zu den Clubs wird ihnen oft der Zugang erschwert und in der Presse kommen sie nur als Antänzer und Dealer vor, weshalb die Polizei uns mit mobilen Videowagen beglückt. Doch die Gentrifizierung ist noch nicht abgeschlossen. Wohnungslose nutzen mit dem Forcki und dem Boxi zwei Plätze, auf denen die Gefahr von faschistischen und sozialdarwinistischen Angriffen geringer ist. Ordnungsamt und Bullen sind im unermüdlichen Einsatz, den besserverdienenden Mittelschichten den Anblick armer Menschen, freilaufender Hunde und bunter Fassaden zu ersparen. Die trostlose Hochglanzidylle ihrer Glasfassaden und Zäune soll mit aller Gewalt als einziger Lebensentwurf existieren dürfen, individualisiert durch Vintage-Läden und -Bars.

    Zur Walpugisnacht wollen wir diesen Belagerungszustand brechen oder zumindest dafür sorgen, dass dieser auch irgendwann für seine Befürworter*innen unangenehm wird.
    Kommt deshalb zahlreich am 30. April in den Friedrichshainer Südkiez, als Zeichen der Solidarität mit der Liebig 34, den durch Mieterhöhung und Luxussanierung bedrohten Nachbar*innen und damit wir uns die Straßen zurückholen, die der Senat mit seinen hässlichen Wannen verstopft.

    Wir sehen uns am 30. April ab 19:00 Uhr im Südkiez.
    Der Kiez gehört uns!

    1maiberlin.noblogs.org
    Twitter: @rev1maiberlin

  • Evakuiert Moria! Heraus zum Revolutionären 1. Mai!

    Aufruf zu einer gemeinschaftlichen Aktivität am 1. Mai ab 18 Uhr in Berlin-Kreuzberg.
    Aufgrund der Corona-Pandemie werden wir in diesem Jahr zum 1. Mai nicht wie sonst zu einer Demonstration im klassischen Sinne aufrufen. Da wir angesichts der herrschenden rassistischen, kapitalistischen und patriarchalen Verhältnisse aber auch nicht passiv bleiben wollen, rufen wir zu einer Versammlung der besonderen Art auf. Der Beginn unserer Aktion ist kein zentraler Platz, sondern ein Gebiet. Dadurch können wir die Ansteckungsgefahr verringern und bleiben für den Repressionsapparat unkontrollierbarer. Das Gebiet liegt in Kreuzberg 36. Wir werden es am Vormittag des 1. Mai über Twitter (@rev1maiberlin) und die Website (1maiberlin.noblogs.org) bekannt machen. 
    Begebt euch am 1. Mai bis 18 Uhr nach Kreuzberg 36 in, an und um dieses Gebiet. Haltet dabei den Mindestabstand ein und vermummt euch mit Schals oder Masken. Und bleibt in Bewegung. Ab 18.20 Uhr werden wir über Twitter und die Website nacheinander mit zeitlichem Abstand Orte in Kreuzberg 36 bekanntgeben, zu denen wir uns dann über verschiedene Wege begeben werden. Informiert die anderen, die kein mobiles Internet haben. Wir wollen die Straßen mit unseren antirassistischen, antipatriarchalen und antikapitalistischen Inhalten fluten, die Zielorte, die wir jeweils mit einer Uhrzeit angeben, sind nur kurze Zwischenstopps. Auf unterschiedlichen Neben- und Seitenstraßen kommen wir dorthin, werden unsere Inhalte vermitteln und uns danach zerstreuen, um uns bald wieder woanders zu begegnen.
    Der 1. Mai ist, was wir alle daraus machen. DIY! Überlegt euch, wie ihr auf diesen Wegen und all den Orten eure Botschaften auf Tüchern, mit Transparenten, lauten Parolen und Wurfzetteln verbreiten könnt oder mit Rauchtöpfen, Sprühereien und Farbbeuteln Akzente setzt. Wir werden dabei in die Breite gehen. Unsere Bewegungsfläche ist der ganze Kiez. Mit unserem Aktionskonzept wollen wir möglichst vielen Menschen ermöglichen, sich an den Protesten am 1. Mai zu beteiligen. Jede*r nach ihren eigenen Vorstellungen und Risikobereitschaft. Ob allein mit einem Plakat, gemeinsam mit Freund*innen und Genoss*innen, in kleinen Gruppen, mit Fahrrad oder zu Fuß oder auch von Hausdächern und Balkonen aus, ihr selbst bestimmt wie eure Aktionen aussehen. Wenn es Absperrungen durch die Polizei gibt, versuchen wir diese zu umgehen, zu umfließen oder darum herum zu wuseln. Seid dabei achtsam, vermeidet enge Zusammenkünfte und bleibt stets in Bewegung. Der 1. Mai ist keine Party, sondern ein Kampftag für eine befreite Gesellschaft. Um 20 Uhr sollen im ganzen Kiez Feuerwerke gezündet werden. Beteiligt euch dabei von euren Dächern, Balkonen und von den Straßen. 
    Seit der Corona-Krise unterdrücken die Repressionsbehörden unter dem Vorwand des Infektionsschutzes vielerorts politische Proteste. Auch wenn bei Aktionen auf Schutzmaßnahmen wie Abstand geachtet wird, werden Demonstrant*innen mit Repression überzogen, dabei gibt es vielfach erst mit dem Einschreiten der Polizei ein Ansteckungsrisiko, da sie weder Masken tragen noch Abstände einhalten. Wir nehmen die Schutzmaßnahmen ernst. Wir werden am 1. Mai verantwortungsvoll handeln. Und wir erwarten, dass die Polizei am 1.Mai-Wochenende auch Abstand hält. Wenn es dennoch am 1. Mai zu Festnahmen kommt, meldet euch beim Ermittlungsausschuss. Wie jedes Jahr gilt auch in diesem Jahr ganz besonders: Wir werden niemanden mit der Repression allein lassen. Gemeinsam mit EA und Roter Hilfe wird sich auch das Bündnis um Repressionsfälle kümmern und Solidarität organisieren.
    Unser politischer Schwerpunkt am 1. Mai ist der Kampf gegen die Festung Europa. Mehr als 20 000 Menschen, die vor Krieg und Verfolgung geflüchtet sind, befinden sich im Lager Moria auf der griechischen Insel Lesbos, welches für 3000 Personen ausgelegt war. Dort herrschen katastrophale Bedingungen, es gibt kaum Wasser, kaum medizinische Versorgung und Abstandsregeln können nicht eingehalten werden, wenn Menschen auf kleinstem Raum zusammenleben müssen. Ein Ausbruch des Coronavirus würde zu einem Massenstreben führen. Lediglich 47 Kinder hat die BRD bisher aufgenommen. Während für 250.000 deutsche Tourist*innen alle Hebel in Bewegung gesetzt wurden, ist dem deutschen Staat das Schicksal der Geflüchteten völlig egal. Menschen ertrinken im Mittelmeer, während die EU nicht nur tatenlos zuschaut, sondern mit der EU-Grenzagentur Frontex die Abschottung weiter vorantreibt. – Moria evakuieren! Fähren statt Frontex!
    In der BRD müssen Geflüchtete auf engstem Raum in Sammellagern leben. Auch schon vor Corona war das Leben für Geflüchtete durch fehlende Privatsphäre, Angst und Isolation geprägt. In den Massenunterkünften sind sie jetzt zudem einem großen Ansteckungsrisiko ausgesetzt. Statt einer dezentralen Unterbringung werden Geflüchtete in der Corona-Krise noch weiter abgeschottet und Lager werden komplett unter Quarantäne gestellt. – Wohnungen statt Lager! Bleiberecht für alle!
    Während Geflüchtete und Migrant*innen vom deutschen Staat verfolgt, eingesperrt und abgeschoben werden, bereitet die rechte Hetze von AfD, Werteunion und anderen den Boden für faschistische Anschläge wie in Hanau am 19. Februar. Anfang April wurde Arkan Hussein Khalaf in Celle von einem Deutschen ermordet, der sich im Internet mit rassistischen und antisemitischen Gedanken umgeben hat. Rassistische Drohungen, Diskriminierung und Gewalt gehören hierzulande zum Alltag von Migrant*innen und People of Color. Im Zuge der Ausgangsbeschränkungen wegen Corona verstärkt sich Racial Profiling, das heißt rassistische Kontrollen im öffentlichen Raum. – Alle zusammen gegen Rassismus und Faschismus!
    Kriege und Waffenexporte gehen auch in der Krise unvermindert weiter. Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat bereits angekündigt im Mai eine hohe Dividende an die Aktionär*innen auszuschütten. Trotz der Pandemie produzieren Konzerne weiter und gehen für Profite über Leichen. Amazon macht riesige Gewinne in der Krise auf dem Rücken der Beschäftigten, die unzureichend vor dem Virus geschützt sind. Auf Proteste und Streiks reagierte der Konzern mit Entlassungen. Das Pflegepersonal in den Krankenhäusern arbeitete schon vor Corona am Limit, denn Krankenhäuser wurden kaputtgespart und nach der kapitalistischen Profitlogik ausgerichtet. Vor allem Frauen* leisten schlecht bezahlte und unbezahlte Care-Arbeit im Bereich der Pflege von Alten und Kranken, der Kinderbetreuung, der Reinigung und Hausarbeit. Durch Corona werden bestehende patriarchale Verhältnisse noch verstärkt, die Ausgangsbeschränkungen verstärken zudem patriarchale Gewalt. – Für die soziale Revolution! Kapitalismus und Patriarchat überwinden!
    Am 1. Mai gehen wir auf die Straße für eine solidarische Gesellschaft ohne Unterdrückung und Ausbeutung. Trotz dem notwendigen physischen Abstand, lassen wir uns nicht vereinzeln, sondern handeln kollektiv und solidarisch! Der 1. Mai sind wir alle – alle gemeinsam gegen Kapitalismus, Rassismus und Patriarchat!
     
  • Βερολίνο: Εμπρός για την Επαναστατική Πρωτομαγιά!

    Κάλεσμα για κοινές δράσεις την 1η Μαΐου από τις 18:00 στο Kreuzberg

    Λόγω της πανδημίας του κορονοϊού αυτή την Πρωτομαγιά δε θα καλέσουμε σε μια διαδήλωση με την κλασική της μορφή. Επειδή όμως η επικαιρότητα του ρατσισμού, του καπιταλισμού και της πατριαρχίας δεν μας επιτρέπει να μείνουμε απαθής καλούμε σε συγκέντρωση με άλλη μορφή. Η έναρξη των δράσεών μας δεν είναι μια κεντρική πλατεία αλλά μια περιοχή. Έτσι από τη μια θα περιοριστεί ο κίνδυνος μετάδοσης του ιού και από την άλλη θα αποφύγουμε ελέγχους από το κράτος. Η περιοχή βρίσκεται στο Kreuzberg 36. Θα γνωστοποιήσουμε το σημείο το πρωί της 1ης Μαΐου μέσω Twitter (@rev1maiberlin) και της ιστοσελίδας της Πρωτοβουλίας (1maiberlin.noblogs.org).

    Κινηθείτε την 1η Μαΐου προς το Kreuzberg 36, μέσα, κοντά και γύρω από την ιστορική αυτή περιοχή. Να τηρείτε αποστάσεις μεταξύ σας και να προφυλάξετε το πρόσωπό σας καλύπτοντας το με κασκόλ ή μάσκα. Και να κινείστε. Από τις 18:20 θα ξεκινήσουν με χρονική απόσταση μεταξύ τους μέσω Twitter και της ιστοσελίδας της Πρωτοβουλίας οι ανακοινώσεις των σημείων στο Kreuzberg 36 στα οποία θα φτάσουμε με διάφορους τρόπους. Να κρατάτε ενήμερους όσους δεν θα έχουν μαζί τους κινητό τηλέφωνο. Θέλουμε να γεμίσουν οι δρόμοι με τα δικά μας αντιρατσιστικά, αντιπατριαρχικά και αντικαπιταλιστικά συνθήματα. Τα σημεία που θα γνωστοποιηθούν σε συγκεκριμένο χρόνο θα είναι απλά ενδιάμεσες στάσεις. Θα φτάνουμε σε αυτά από παρακείμενες οδούς, θα εκφράζουμε τον πολιτικό μας λόγο και μετά θα διαλυόμαστε για να συναντηθούμε και πάλι σε άλλο σημείο.

    Η 1η Μαϊου είναι αυτό που εμείς όλοι θα παράξουμε. Ενεργήστε μόνοι σας! Σκεφτείτε πώς θα μπορέσουμε σε αυτούς τους δρόμους και σε αυτά τα σημεία να γίνει αισθητή η πολιτική μας παρουσία με πανό, δυνατά συνθήματα και σημειώματα, με καπνογόνα, σπρέι και βόμβες χρωμάτων. Έτσι θα φανούμε περισσότεροι. Η περιοχή στην οποία θα κινηθούμε θα είναι όλα αυτά τα σημεία. Με αυτή την ιδέα θέλουμε να εμπλέξουμε στις διαμαρτυρίες όσο γίνεται περισσότερο κόσμο. Τον καθένα/την καθεμιά ανάλογα με τις αντιλήψεις και την ετοιμότητα στην οποία θα βρίσκεται. Είτε μεμονωμένα με ένα πλακάτ, μαζί με φίλους και συντρόφους, σε μικρές ομάδες, με ποδήλατο ή με τα πόδια, ακόμη και από τις σκεπές των κτιρίων και τα μπαλκόνια, εσείς θα καθορίσετε τη μορφή των δράσεων. Σε περίπτωση που η αστυνομία αποκλείσει την περιοχή, θα προσπαθήσουμε να ξεπεράσουμε τα εμπόδια και να βρούμε τρόπο να περάσουμε. Να είστε προσεκτικοί σε αυτό, να αποφύγετε συνωστισμούς και να είστε συνέχεια σε κίνηση. Η 1η Μαΐου δεν είναι πάρτυ, είναι αγώνας για μια απελευθερωμένη κοινωνία. Στις 20:00 θα ανάψουν πυροτεχνήματα σε όλη τη γειτονιά. Να συμμετέχετε σε αυτά από τις στέγες σας, τα μπαλκόνια και τις οδούς.

    Από τότε που ξέσπασε η κρίση με τον Covid19, οι αρχές καταστέλλουν τις πολιτικές διαμαρτυρίες με πρόσχημα την μετάδοση του ιού. Ακόμη και όταν σε δράσεις λαμβάνονται μέτρα προστασίας, οι διαδηλωτές δέχονται την καταστολή, ενώ τότε αυξάνεται ο κίνδυνος μετάδοσης αφού αυτοί ούτε μάσκες φορούν, ούτε τηρούν τις αποστάσεις. Εμείς θεωρούμε απαραίτητο μέτρο προστασίας τη μάσκα. Και την 1η Μάη θα δράσουμε υπεύθυνα. Και περιμένουμε από την αστυνομία να κρατά αποστάσεις. Εάν προκύψουν ωστόσο συλλήψεις, ενημερώστε τη νομική βοήθεια (EA). Όπως κάθε χρόνο έτσι και φέτος: δε θα αφήσουμε κανέναν μόνο του στα χέρια της κρατικής καταστολής. Μαζί με τη νομική βοήθεια (EA) και την Κόκκινη Βοήθεια (Rote Hilfe) θα παρέμβει με δράσεις και ο Σύνδεσμος ενάντια στην Κρατική Καταστολή.

    Η κυρίαρχη θεματική για την 1η Μαΐου είναι ο αγώνας ενάντια στην Ευρώπη-Φρούριο. Περισσότεροι από 20.000 άνθρωποι, που ξέφυγαν από τον πόλεμο και την καταπίεση, βρίσκονται στον καταυλισμό της Μόριας στο ελληνικό νησί της Λέσβου, αν και αυτός προοριζόταν μόλις για 3.000 άτομα. Οι συνθήκες που επικρατούν είναι καταστροφικές, δεν υπάρχει πόσιμο νερό, καμία ιατρική περίθαλψη, οι αποστάσεις μεταξύ των ατόμων δεν μπορούν να κρατηθούν καθώς οι άνθρωποι αναγκάζονται να διαμένουν σε πολύ στενό χώρο. Ένα ξέσπασμα κορονοϊού θα οδηγούσε σε εξόντωση. Η Γερμανία δέχτηκε πρόσφατα μόλις 47 παιδιά. Ενώ για 250.000 γερμανούς τουρίστες η κυβέρνηση έκανε το παν να τους επαναπατρίσει από όλο τον κόσμο, η μοίρα των προσφύγων είναι τελείως αδιάφορη. Άνθρωποι πνίγονται στη Μεσόγειο, και η Ε.Ε. όχι μόνο κοινά άπραγη αλλά ενισχύει τη θωράκιση των συνόρων με τη Frontex. Εκκενώστε τη Μόρια! Φέρυ-μποτ αντί για Frontex! Και στη Γερμανία οι πρόσφυγες αναγκάζονται να ζουν σε στενό χώρο. Ακόμη και πριν από τον κορονοϊό η ζωή των προσφύγων χαρακτηριζόταν από έλλειψη ιδιωτικού χώρου, φόβο και απομόνωση. Στους χώρους μαζικής διαμονής βρίσκονται εκτεθειμένοι ακόμη και στον κίνδυνο της μόλυνσης. Αντί για αποκεντρωμένη διαβίωση οι πρόσφυγες παραμένουν απομονωμένοι και οι καταυλισμοί τίθενται σε καραντίνα.

    Κατοικίες αντί για καταυλισμούς!

    Δικαίωμα παραμονής για όλους! Ενώ το γερμανικό κράτος παρακολουθεί συστηματικά πρόσφυγες και μετανάστες, τους απομονώνει και τους απελαύνει, ο ακροδεξιός λόγος της AfD, της Werteunion, κ.α. ετοιμάζουν το έδαφος για φασιστικές επιθέσεις όπως αυτή στη Hanau στις 19 Φεβρουαρίου. Στις αρχές Απρίλη δολοφονήθηκε ο Arkan Hussein Khalaf στην Celle από έναν γερμανό, ο οποίος ήταν γνωστός στο διαδίκτυο για το ρατσιστικό του και αντισημιτικό του μίσος. Οι ρατσιστικές επιθέσεις, οι διακρίσεις και η βία ανήκουν στην καθημερινότητα που βιώνουν εδώ οι μετανάστες και όσοι έχουν διαφορετικό χρώμα. Στο πλαίσιο των περιορισμών στις μετακινήσεις λόγω του κορονοϊού, αυξάνεται ο ρατσισμός στους ελέγχους λόγω εμφάνισης.

    Όλοι μαζί ενάντια στο ρατσισμό και το φασισμό!

    Οι πόλεμοι και οι εξαγωγές όπλων συνεχίζονται ακόμη και μέσα στην κρίση. Το συγκρότημα εξοπλισμών Rheinmetall ανακοίνωσε ήδη από το Μάιο μια μεγάλη αύξηση στο μετοχικό κεφάλαιο. Παρά την πανδημία τα συγκροτήματα συνεχίζουν την παραγωγή και πατούν επί πτωμάτων για το κέρδος. Η Αmazon σημειώνει τεράστια κέρδη μέσα από την κρίση στις πλάτες των εργαζομένων που παραμένουν απροστάτευτοι από τον κίνδυνο μετάδοσης. Η εταιρία απαντά με απολύσεις όταν συναντά διαμαρτυρίες και απεργίες. Το νοσηλευτικό προσωπικό δούλευε ήδη στα όριά του πριν από τον κορονοϊό λόγω των περικοπών στα νοσοκομεία και του προσανατολισμού στην καπιταλιστική λογική του κέρδους. Κυρίως οι γυναίκες παρέχουν κακοπληρωμένη εργασία και απλήρωτη εργασία φροντίδας στον τομέα της περίθαλψης των ηλικιωμένων, των ασθενών, της καθαριότητας και της οικιακής εργασίας. Λόγω του κορονοϊού ενισχύονται οι υπάρχουσες πατριαρχικές σχέσεις, ενώ οι περιορισμοί στις εξόδους ενισχύουν περαιτέρω την πατριαρχική βία.

    Για την κοινωνική επανάσταση! Να ξεπεράσουμε τον καπιταλισμό και την πατριαρχία!

    Την 1η Μαΐου βγαίνουμε στο δρόμο για μια κοινωνία αλληλεγγύης χωρίς καταπίεση και εκμετάλλευση. Παρά την επιβεβλημένη φυσική απόσταση μεταξύ μας, θα δράσουμε συλλογικά και αλληλέγγυα.

    Η 1η Μαΐου είμαστε όλοι εμείς – όλοι μαζί ενάντια στον καπιταλισμό, το ρατσισμό και την πατριαρχία!

    https://1maiberlin.noblogs.org/
    Twitter: @rev1maiberlin

  • Für grenzenlose Solidarität – Gegen Kapitalismus, Rassismus und Patriarchat!

    Aufruf zu dezentralen Aktionen am 30. April und 1. Mai 2020.
    Durch die Pandemie werden auch unsere Aktivitäten am 1. Mai stark beeinflusst. Wir lassen uns jedoch nicht vom Staat vorschreiben, wie unser Protest aussehen wird. Allerdings nehmen wir die Ansteckungsgefahr durch Corona ernst und wollen unsere Aktionen so gut es geht sicher gestalten, um uns und andere zu schützen. Über die genaue Umsetzung einer gemeinschaftlichen, kollektiven Aktion am 1. Mai diskutieren wir gerade im Bündnis und mit vielen anderen Strukturen. Wir wollen uns an dieser Stelle, für die vielen konstruktiven Rückmeldungen und Anregungen von verschiedenen Strukturen und Einzelpersonen bedanken. Dies hilft uns eine bessere Einschätzung vornehmen zu können. Am Montag 27. April werden wir als Bündnis unseren Plan für den Abend des 1. Mai in Berlin vorstellen.
    Unabhängig davon, welche Art von Protestform es am Abend des 1. Mai geben wird, rufen wir dazu auf, am 30. April und am 1. Mai dezentral aktiv zu werden. Gründe dafür gibt es mehr als genug. Der Krieg der Türkei gegen Rojava läuft weiter und deutsche Rüstungskonzerne wie Rheinmetall und Krauss-Maffei Wegmann produzieren weiter Kriegsgerät. In der Corona-Krise verschärfen sich Rassismus, Abschottung und Ausbeutung. Die Situation im Lager Moria auf Lesbos ist katastrophal, es gibt kaum Trinkwasser und Nahrungsmittel und keinen Zugang zu medizinischer Versorgung. Während Erntehelfer*innen für Spargel eingeflogen werden und Zehntausende deutsche Tourist*innen zurückgeholt wurden, überlässt der deutsche Staat die Geflüchteten in den griechischen Lagern ihrem Schicksal.
    Die Corona-Krise trifft derzeit insbesondere Geflüchtete, Obdachlose und Gefangene. In Gefängnissen können sich Menschen nicht vor Corona schützen, Besuchsverbote und gekürzter Hofgang verschlimmern den ohnehin belastenden Knastalltag. Während Hotels und Ferienwohnungen leerstehen, müssen Menschen in Geflüchteten- und Obdachlosenunterkünften auf engstem Raum zusammenleben. Für Frauen* steigt durch die Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen die Gefahr patriarchaler Gewalt, es fehlen jedoch Plätze in Frauen*häusern. Doch Wohnraum für alle gibt es genug, wir müssen ihn uns nur nehmen!
    In Berlin sind weiterhin zahlreiche linke Projekte bedroht. Der Gerichtstermin zur Räumung des anarcha-queer-feministischen Projektes Liebig34 am 30. April 2020 wurde bis jetzt nicht abgesagt. Deswegen müssen wir auch unseren Widerstand gegen eine Räumung der Liebig34 aufrechterhalten: Kommt am 30. April um 9:30 Uhr zum Protest am Landgericht in Moabit! Am 30. April und in der Walpurgisnacht sollen vor allem Aktionen in Solidarität mit der Liebig34 und allen anderen bedrohten linken Projekten wie zum Beispiel Syndikat, Meuterei oder Potse stattfinden. Wir kämpfen gegen den Mietenwahnsinn, gegen Zwangsräumungen und gegen Großprojekte wie den AmazonTower in Friedrichshain, wodurch eine weitere Gentrifizierung von Innenstadtbezirken erfolgt. Werden wir aktiv gegen die Stadt der Reichen!
    Jahrelange Sparpolitik, Privatisierungen und die Ausrichtung auf Profitorientierung im Gesundheitswesen haben dazu geführt, dass 100.000 Pflegekräfte in Krankenhäusern fehlen und die Arbeitsbedingungen bereits vor Corona unerträglich waren durch Überstunden, fehlende Pausen, Stress und Überlastung. Sorgearbeit wie Pflege, Kinderbetreuung oder Reinigung wird in der patriarchalen Gesellschaft nach wie vor größtenteils schlecht oder unbezahlt von Frauen* verrichtet.
    Lasst uns am 30. April und am 1. Mai unsere Kämpfe für eine solidarische Gesellschaft ohne Kapitalismus, Rassismus und Patriarchat verbinden! Tragt den Protest zu den Verantwortlichen für die Abschottung gegen Geflüchtete, zu den Akteur*innen von Verdrängung und Zwangsräumung und zu den Profiteur*innen von kapitalistischer Ausbeutung. Werdet kreativ und überlegt euch, wo und wie ihr aktiv werden wollt. Neben Aktionen bei Institutionen und Konzernen freuen wir uns auch über Parolen, Plakate, Wandbilder und Transpis im Stadtbild. Achtet bei euren Aktionen auf den Mindestabstand, tragt Handschuhe und vermummt euch. Dokumentiert eure Aktionen und schickt uns Fotos zu, damit wir sie gesammelt weiterverbreiten können. Wenn ihr selbst Beiträge veröffentlicht, nutzt den Hashtag #R1MB sowie je nach Thema spezifische Hashtags wie #LeaveNoOneBehind, #shutdowncapitalism, #CareRevolution, #WirBleibenAlle, #AllenEinZuhause, #GegenDieStadtDerReichen und #liebigstays.
    Bündnis Revolutionärer-1.-Mai Berlin